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Presse / Dialog mit der Praxis
Finanzplanung für KMU (kleine und mittlere Unternehmen)
von Jean Pierre Vuilleumier, lic. rer. pol.Quelle: Präsenz, Bulletin der Hochschule für Wirtschaft HSW Bern
Datum: Ausgabe 1/99 März 1999
Die Finanzplanung sollte das Kernstück des Finanzmanagements einer Unternehmung darstellen, ist sie doch letztlich ein Instrument zur Gesamtsteuerung. In der Praxis herrscht aber oft die improvisierte Finanzdisposition vor. Zudem ist eine effektive Finanzkontrolle nur auf der Basis einer Finanzplanung möglich.
Der Kapitalbedarf einer Unternehmung ist die Konsequenz von vorgelagerten Entscheidungen, wie die Abbildung 1 verdeutlicht. Er ist in einem ersten Schritt mit der Innenfinanzierung zu decken, bevor Massnahmen der Aussenfinanzierung ergriffen werden ( Pecking Order-
"Wieviel vom Kapitalbedarf kann die Unternehmung selber bestreiten (Innenfinanzierung)?"
Die Deckung von Innenfinanzierungslücken wird für viele Unternehmen in Zukunft von existenzieller Bedeutung sein. Ein frühzeitiges Erkennen von Innenfinanzierungslücken kann viele Unternehmen vor Liquiditätskrisen schützen.
Abbildung 1: Finanzierungskette
In Anlehnung an Volkart werden bei den Unternehmen folgende Gründe für das Fehlen einer Finanzplanung angeführt:
fehlendes Know-
Arbeitsüberlastung (Tagesgeschäft) / fehlende Zeit
Variantenplanungen (Szenarien) zu aufwendig
Zweifel an komplizierten Planungsrechnungen
Datenschätzungen werden als realitätsfremd empfunden
Die Argumente des fehlenden Know-
Die Notwendigkeit einer Finanzplanung lässt sich mit folgenden Argumenten begründen:
Starke und beschleunigte Veränderungen in Umfeld, Technologie und Märkten führen tendenziell zu Innenfinanzierungslücken
Restriktivere Kreditpolitik der Banken
Zunehmendes Risiko-
Erweitere Verantwortung des Verwaltungsrates bei Aktiengesellschaften (vgl. OR 716a).
Der Finanzplan stellt aus interner Sicht ein Führungsinstrument dar. Aus externer Sicht kann der Finanzplan als Informations-
Von einer vollständigen Finanzplanung wird gesprochen, wenn gemäss Abbildung 2 die folgenden Instrumente eingesetzt werden:
Instrumente |
Was interessiert den Investor / die Banken? |
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| Entwicklung der zukünftigen Cash- |
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| zukünftige Vermögens- |
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Abbildung 2: Instrumente der Finanzplanung
Bei der operativen (mittelfristigen) Finanzplanung erscheint ein Planungshorizont ab 2 bis 5 Jahren angemessen. Bei der dispositiven (kurzfristigen) Finanzplanung können das erste bzw. die beiden ersten Planjahre in Monatswerte überführt werden.
Der Prozess der Finanzplanung wird in Abbildung 3 dargestellt.
Der Input stellt die grösste Herausforderung an alle in den Planungsprozess integrierten Personen dar. Die Massnahmenplanung ist die eigentliche Aufgabe des Finanzchefs. Wichtig ist auch die Dokumentation des erarbeiteten Finanzplans, zur Kontrolle der getroffenen Annahmen und für die Kreditprüfung durch die Bank.
Abbildung 3: Basisprozess der Finanzplanung
Literaturhinweis:
Boemle, M., Unternehmungsfinanzierung, 12. Auflage, Zürich 1998
Volkart, R., Finanzmanagement Band I, 6. Auflage, Zürich 1994